Lew Nikolajewitsch Myschkin ist das letzte überlebende Mitglied eines alten und adligen russischen Geschlechts. Aufgrund der schweren epileptischen Anfälle, unter denen er seit seiner Kindheit litt, wurde er als ‚Idiot‘ abgestempelt und verbrachte vier Jahre in einer Bergklinik in der Schweiz. Er gesundet und kehrt mit sechsundzwanzig Jahren ohne finanzielle Absicherung nach Russland zurück. Beim Eintritt in die Gesellschaft wird er aufgrund seiner Aufrichtigkeit, seines Mitgefühls, seiner Unfähigkeit zu lügen und seiner absoluten Tugend zu einer Figur, an die die Elite nicht gewöhnt ist. Er besitzt eine Tiefe an Empathie und Beobachtungsgabe, die fähig ist, die geheimen Schwächen und Leiden der Menschen zu durchschauen. Während er nicht zögert, sein Leben und seinen Ruf dem Ziel zu widmen, das Leiden von Nastassja Filippowna zu lindern, verliebt er sich auch in die kindliche und stürmische Aglaja. Er fungiert beinahe als ein weltlicher Christus gegen die Korruption, die durch die russische Intelligenzija, den Liberalismus und den Kapitalismus hervorgebracht wurde. Doch das Geflecht aus dunklen Leidenschaften, Selbstsucht und destruktiven Beziehungen um ihn herum zehrt ihn langsam auf und zieht ihn zurück in jene ursprüngliche, kränkliche Leere.
Er verlor seine Eltern in jungen Jahren und wurde von seinem Verwandten Pawlischtschew adoptiert. Aufgrund seiner schweren Epilepsie erreichte er den Punkt, seinen Verstand zu verlieren, und verbrachte viele Jahre in einem Bergdorf bei Kindern, in der Natur und unter der Aufsicht von Dr. Schneider. Diese Zeit der Unschuld in der Schweiz prägte sein Weltbild; die Organisation aller Kinder zur Hilfe für ein ausgegrenztes Mädchen namens Marie zeigte ihm die Macht der Barmherzigkeit.
Ein junger Mann von sechsundzwanzig oder siebenundzwanzig Jahren, etwas größer als der Durchschnitt, mit dichtem, hellblondem Haar, eingefallenen Wangen und einem spärlichen, spitzen Bart. Sein Teint ist totenbleich, doch in seinen großen blauen Augen liegt ein seltsamer, trauriger und steter Glanz. Zu Beginn trägt er einen seltsamen, jahreszeitlich unpassenden ausländischen Umhang und eigentümliche Stiefel.
Rogojin
Er weiß, dass er dunkel und gefährlich ist; er empfindet ihm gegenüber Furcht, Trauer und eine seltsame Brüderlichkeit.
Aglaya İvanovna
Er findet Hoffnung und Leben im Licht von Aglaja, er liebt sie, fürchtet jedoch, dass sie sich nicht an seine Eigenartigkeit anpassen kann.
Nastasya Filippovna
Er betrachtet sie als das unschuldigste und verwundbarste Wesen der Welt und möchte sie nur mit tiefer Ehrfurcht und Mitleid retten.