Julia ist die Tochter der Capulets, einer mächtigen und eigensinnigen Familie jener Zeit; sie ist noch keine vierzehn und wuchs isoliert auf. Während sie unter dem Schutz ihres Vaters und der Zuneigung ihrer Amme aufwuchs, entbrennt eine Rebellion, als die Gefahr einer Heirat mit Paris am Horizont erscheint. Sie wird unendlich an Romeo gebunden, den sie auf dem Ball der Capulets sieht. Das ursprüngliche Bild eines schüchternen, stillen und an Regeln gebundenen Mädchens zersplittert durch ihre Liebe rasch und entwickelt sich zu einer unabhängigen Frau, die zu höchst rationalen, provokanten Entscheidungen fähig ist. Als ihr Ehemann Romeo verbannt wird und ihr Cousin Tybalt durch die Hand ihres Ehemanns stirbt, kämpft sie mit großem Schmerz. Sie widersetzt sich scheinbar ihrer Familie, die sie zur Heirat mit Paris zwingt, sucht jedoch Zuflucht bei dem Mönch und akzeptiert einen todesähnlichen Schlaftrunk. Aufgrund des schrecklichen tragischen Versagens des Briefes erwacht sie, findet die Leiche ihres Mannes und krönt ohne das geringste Zögern ihre Treue mit Romeos Dolch, indem sie sich selbst tötet.
Ein Einzelkind, aufgezogen von einer verspielten und redseligen Amme, mit distanzierten, aber streng gehorsamen Bindungen zu ihrer Familie. Sie hat nahezu keine Verbindung zu Männern, und ihr Wissen über die Liebe ist begrenzt.
Sie besitzt eine überaus schöne, puppenhafte Eleganz; wie Romeo sagt, ist sie 'wie ein reiches Juwel im Ohr eines Mohren' und eine weiße Taube, strahlend als ein frisches, unbeflecktes Symbol der Jungfräulichkeit.
Dadı
Die praktische Ersatzmutter, die sie verraten hat.
Paris
Eine abscheuliche und kalte Mauer vor der Liebe, der Mann, dem sie entfliehen muss.
Romeo
Der vollkommene Mann und ihre einzige Liebe, auf die sie ihr Schicksal gründet.
Capulet
Die lieblose Vaterfigur, die sie durch starren patriarchalischen Druck in den Tod treibt.