Mr. Charrington ist der scheinbar alte, freundliche Besitzer des Antiquitätenladens im Proletarierviertel, wo Winston sein leeres Tagebuch, Stifte und einen Briefbeschwerer aus Glas kauft. Da er Andenken aus dem alten England und Gedichtfragmente in seinem Laden aufbewahrt, empfindet Winston ein großes Vertrauen und Neugier ihm gegenüber. Als er das Zimmer über seinem Laden als geheimen Treffpunkt vermietet, überzeugt er Winston davon, dass er ihm einen sicheren Hafen der Nostalgie bietet, isoliert von der ozeanischen Gesellschaft. In der Mitte des Romans erscheint er jedoch als Offizier der Gedankenpolizei. All seine gespielte Schüchternheit, sein sanfter Akzent und seine greise Persona waren lediglich eine Performance, die perfekt gespielt wurde, um geheime Rebellen wie Winston in die Falle zu locken. Im Moment der Gefangennahme tritt er mit seiner wahren Identität auf und erfüllt seine Pflicht, ohne auch nur einen Anflug von Mitleid für seine Opfer zu zeigen.
Woher er kommt, wird im Roman nicht erwähnt, aber es ist klar, dass er diesen Laden schon seit Jahren führt und einer der kaltblütigen, getarnten Agenten der Gedankenpolizei ist. Aussagen wie 'er führt ihn schon seit dreißig Jahren' sind seine eigene Erfindung.
Anfangs ein sechzigjähriger, gebrechlicher, gebeugter Mann mit dunkler, lederartig faltiger Haut. Wenn der Verrat enthüllt wird, verwandelt er sich in einen 35-jährigen, kalten, uniformierten Geheimpolizisten mit schwarzem Haar und ausdruckslosen Zügen.
Winston Smith
Er ist ein Beuteobjekt, das er in sein Netz gelockt hat. Während Winston sein Vertrauen kaufte, unterschrieb er eigentlich sein eigenes Todesurteil.