Er ist Dunjas ehemaliger Arbeitgeber und das dunkle Ebenbild, das die Möglichkeit von Raskolnikows moralischem Verfall darstellt. Er ist ein Ex-Häftling und laut Gerüchten steht der Mord an seiner Frau Marfa Petrowna, die er angeblich vergiftet hat, in seinem Schatten. Er ist ein Hedonist und ein Nihilist ohne Grenzen; er hat alle Grenzen zwischen Gut und Böse überschritten (manchmal schädigt er ein kleines Mädchen, während er ein anderes Mal sein ganzes Geld Sonjas verwaisten Geschwistern schenkt). Er hegt eine krankhafte Liebe zu Dunja und versucht, sie durch Erpressung zu gewinnen, nachdem er heimlich Raskolnikows Geheimnis belauscht hat. Als er jedoch mit Gewissheit erkennt, dass Dunja ihn unter keinen Umständen lieben wird, begeht er am Ende seines inneren Nihilismus und seiner Dunkelheit, nach Geistern, Wahnvorstellungen und einer kalten St. Petersburger Nacht, Selbstmord.
Seine Jugend verbrachte er mit manipuliertem Glücksspiel, Ausschweifungen und Schande. Zu einer Zeit, als er wegen seiner Schulden ins Gefängnis musste, wurde er von Marfa Petrowna, einer älteren und exzentrischen Frau, gerettet und verbrachte sieben Jahre mit ihr in der Provinz, wo er eine Art vertragliches und halbfreies Leben in Abhängigkeit/Ehe führte. Seine Liebe zu Dunja, der Tod seiner Frau und seine Ankunft in St. Petersburg haben ein neues, aber bedeutungsloses Abenteuer für ihn eingeläutet.
Nahe fünfzig, ein Mann von mittlerer bis stattlicher Größe, etwas gebeugt. Er ist wohlhabend und elegant gekleidet, erregt Aufmerksamkeit durch seinen Luxusstock und seine Ringe. In seinem Gesicht liegt eine unsterbliche Vitalität, er hat kalte blaue Augen und einen blonden, aber auffälligen Bart; doch wenn man sein Gesicht genau betrachtet, vermittelt es das Gefühl einer beängstigenden, abstoßenden 'Maske'.
Marfa Petrovna
Seine Frau, die er kannte, aber als Subjekt nie respektierte, und deren Tod (in Form von Wahnvorstellungen, die ihm erscheinen) ihn verfolgt.
Pyotr Petroviç Lujin
Ein Rivale, der genauso eigennützig ist wie er, den er jedoch verachtet, weil er dies auf heuchlerische Weise tut.
Avdotya Romanovna (Dunya)
Die einzige Schwäche, die er um jeden Preis besitzen wollte, an der er aber letztlich den Tod kostete.
Rodion Romanoviç Raskolnikov
Das scheußlichste Ende, das Raskolnikow in seiner Theorie des moralischen Verfalls nehmen könnte; sie verwickeln sich in ein interessantes und perverses psychologisches Duell.