Emma ist die Tochter eines Bauern, die unter dem Einfluss von Ritterromanen, lyrischen Gedichten und melancholischen Liebesgeschichten, die sie während ihrer Ausbildung im Kloster heimlich las, gewaltige Illusionen über das Leben aufbaut. Sie heiratet Charles Bovary mit dem Traum, dem Landleben zu entfliehen und ein Leben voller Leidenschaft zu führen. Als sie jedoch in ihrer Ehe nicht den Adel und die Romantik findet, auf die sie gehofft hatte, verfällt sie in tiefe Langeweile und hysterische Krisen. Um ihrem monotonen Leben in Yonville zu entfliehen, baut sie zunächst eine geistige Intimität zu Léon auf und lässt sich dann auf eine physisch intensive Affäre mit Rodolphe ein. Als sie von Rodolphe verlassen wird, erleidet sie einen schweren Zusammenbruch. Immer mehr an luxuriöse Konsumgüter und teure Fantasien klammernd, gerät Emma in das listige Netz des Geldverleihers Monsieur Lheureux und stürzt ihren Haushalt in den wirtschaftlichen Ruin. Sie ist eine tragische Figur, die sich Schritt für Schritt selbst in den Selbstmord treibt, gefangen zwischen den Lügen der Romantik und der Erbarmungslosigkeit des realen Lebens.
Sie wurde als Tochter eines wohlhabenden Bauern namens Vater Rouault geboren. Sie war jedoch Internatsschülerin in einem alten Ursulinenkloster, einer Umgebung, die ihrem Wesen überhaupt nicht entsprach; sie formte ihren Geist durch das Lesen romantischer Romane, Liebesgeschichten und Werke, die den Prunk der oberen Klassen beschrieben und ins Kloster geschmuggelt wurden. Sie übte sich sogar darin, den Schmerz über den Verlust ihrer Mutter als poetisch-melancholische Pose zu zelebrieren, und als sie sich schließlich auf dem Hof ihres Vaters zu langweilen begann, sah sie in Charles einen Retter.
Sie hat einen langen, aufrechten Hals, glatte, weiß-rosa Wangenknochen unter ihrem Haar, große dunkle Augen mit dichten Wimpern, die mal schwarz, mal marineblau wirken, weiche Lippen und sorgfältig manikürte, spitz gefeilte weiße Nägel. Ihre Kleidung ist deutlich eleganter und modischer als der Standard der Provinz (Kleider mit Rüschen, Seidenstoffe).
Berthe
Ihre Tochter, die unter Lieblosigkeit leidet, manchmal wie eine Porzellanpuppe gestreichelt, meist jedoch vergessen oder voller Zorn beiseitegestoßen wird.
Léon Dupuis
Ihr junger Liebhaber, der wie sie selbst von romantischen Illusionen getrieben wird, was anfangs unschuldig beginnt, aber bald physische Züge annimmt.
Charles Bovary
Sie betrachtet ihn mit einer Mischung aus Hass, Abscheu und einer gleichgültigen Mitleidlosigkeit. Sie sieht in ihm den Architekten ihres Unglücks.
Mösyö Lheureux
Der Verderbensbringer, der ihre Schwächen ausnutzt und sie in Schulden sowie in Seide ertränkt.
Rodolphe Boulanger
Die dominante Figur, an der sie ihre Leidenschaften und Fluchtfantasien auslebt; seine Liebe jedoch basiert vollständig auf Ausbeutung.