Ein Intellektueller und Gelehrter italienischer Herkunft, der einst Sekretär von Kardinal Spada war. Weil er lange vor Napoleon politische Abhandlungen mit dem Ziel schrieb, Italien unter einem Dach zu vereinen, wurde er von bonapartistischen Behörden ins Visier genommen und in das Château d’If geworfen. Während seiner Jahre in der Haft widersetzte er sich der Einsamkeit mit seinem Intellekt, erfand seine eigenen Werkzeuge und Stifte und schuf in seinem Versteck ein riesiges literarisches und philosophisches Vermächtnis. Als er sich durch einen falsch berechneten Tunnel in Dantes’ Zelle durchbricht, wird er zu dessen Schutzengel. Er hinterlässt dem jungen Mann sein gesamtes Wissen und schließlich den entschlüsselten Schatz von Monte Christo, den die Familie Spada hinterlassen hat.
Bevor er in das Château d’If kam, war er der engste Vertraute von Kardinal Spada. Er entschlüsselte das Geheimnis des Reichtums, den der Papst und Cesare Borgia durch Vergiftungen an sich zu reißen versuchten, indem er die verbliebenen Dokumente las und die Existenz des versteckten Schatzes der Familie Spada bewies. Aufgrund seiner Ideale wurde er 1811 inhaftiert.
Er hat Haare, die durch den Kummer des Alters, durch Gefangenschaft und Entbehrungen weiß geworden sind, sowie tiefe, kluge Augen, die unter buschigen grauen Brauen verborgen liegen. Trotz der schmalen Statur seines Gesichts und seiner körperlichen Gebrechlichkeit besitzt er eine spirituelle Ausstrahlung, die an einen alten Propheten oder einen Derwisch erinnert, und sein bis auf die Brust reichender Bart spiegelt seine Weisheit wider.
Edmond Dantes
Der Lehrling, den er wie seinen eigenen Sohn behandelte, ausbildete und dem er sein gesamtes Erbe vermachte.