Er ist der Bruder von Anna Karenina und eine der liebenswertesten, sorglosesten und zugleich egoistischsten Figuren des Romans. Gleich zu Beginn erschüttert er seine Ehe mit Doli, indem er sie mit einer Gouvernante betrügt. Er zieht Geld, gutes Essen, erstklassige europäische Restaurants und auffällige, unverbindliche Freundschaften allem anderen vor. Er versteht es meisterhaft, selbst einen so idealistischen Menschen wie Levin durch ein Schulterklopfen oder das Anbieten einer Vorspeise aufzuheitern und Krisen mit Lachen und Scherzen zu überspielen. Eigentlich ist er nicht an Arbeit oder den ernsthaften Aufgaben des Staates interessiert, doch dank seiner einflussreichen Verbindungen landet er mühelos in bürokratischen Ämtern. Während der entscheidenden Krisenpunkte des Romans – Dolis Vergebung, die Tage, an denen Anna am Rande des Suizids steht – ist er immer da, als Vermittler mit seinem pragmatischen und doch gleichgültigen Verstand.
Er ist der Erbe einer einflussreichen und tief verwurzelten, aber verschuldeten alten Familie. Sein Leben lang hat ihn die Last von Ernsthaftigkeit oder mühsamer Arbeit nie erdrückt, und er hat es immer verstanden, sich leicht zu retten, indem er die Schwäche ausnutzte, die Frauen in seinem Umfeld für ihn zeigten.
Ein gutaussehender Adliger mit fülliger und runder Statur, einem beweglichen und lebhaften Körper, hellen und fröhlichen Augen, schönen Koteletten und jemand, der besonderen Wert auf stilvolle und saubere Kleidung legt.
Anna Karenina
Seine über alles geliebte Schwester, mit der er ähnlichen Charme und ähnliche Eigenschaften teilt und für deren Scheidung von ihrem Ehemann er sich mit seinen eigenen Methoden einzusetzen versucht.
Aleksey Karenin
Sein Schwager, dem er weniger als Ehemann seiner Schwester begegnet, sondern vielmehr mit einer Mischung aus Furcht und Respekt vor dessen bürokratischer Macht im Staatsdienst, von dem er sich zudem berufliche Vorteile erhofft.
Aleksey Vronski
Der Offizier, mit dem er an Spiel- und Clubtischen gerne verkehrt und den er trotz dessen tragischer Rolle im Schicksal seiner Schwester im gesellschaftlichen Umfeld wohlwollend duldet.
Konstantin Levin
Sein guter Freund, der zugleich Jugendfreund und Schwager ist, dessen Lebensfreude und moralische Ernsthaftigkeit er oft zum Gegenstand seines süffisanten Spottes macht.
Darya Oblonskaya (Doli)
Seine aufopferungsvolle Ehefrau, der er als Mutter seiner Kinder zwar Respekt entgegenbringt, die er jedoch zeitlebens durch seine Untreue ständig kränkt.