Sie ist die Herrin des heruntergekommenen Weinladens im Viertel Saint Antoine, doch dieser Laden ist ein entscheidender Knotenpunkt, der nicht nur Unschuldige hervorbringt, sondern den mächtigsten Hurrikan jener blutigen Winde der Revolution entfacht. Madame Defarge strickt den ganzen Tag. Doch der Faden in ihrer Hand ist in Wirklichkeit eine Namensliste für das unerbittliche Massaker, das über die Aristokratie hereinbrechen wird. Sie trägt die Anmut einer Mörderin mit einer Kaltblütigkeit in sich. Sie beobachtet ihre Umgebung von ihrem Sitzplatz aus und registriert jedes kleine Beben in ihrem Verstand. Sie ist eine Figur, die so monströs geworden ist, dass sie das Haupt eines Despoten wie Foulon – der den Hunger des Volkes verspottete – mit schrecklichem Vergnügen abschneiden kann, während sie es unter ihren Füßen hält. Sie spürt, dass selbst ihr Mann, Ernest Defarge, im Vergleich zur Geschwindigkeit des Tigers in ihrem eigenen Herzen langsam ist. In ihren Augen spielen weder die 18-jährige Tragödie von Doktor Manette noch das Weinen der blonden Lucie eine Rolle. Sie ist das Symbol der wilden und äußerst loyalen Gerechtigkeit einer Revolution, die kein Herz akzeptieren kann, das erst Frieden findet, wenn der ‚Magnetfelsen‘ gestürzt ist.
Hinter ihrer Vergangenheit, die so unschuldig wirkt wie die einer Kleinstadt-Weinwirtin, verbirgt sich das Blutgedächtnis eines Volkes, das auf den Ländereien der Adligen (insbesondere der Evrémonde-Brüder) unterdrückt, schikaniert und geschändet wurde. Sie hat all ihre Gefühle über ihre Vergangenheit zu Stein erstarren lassen, wurde zur blutigen Maschine von Saint Antoine und verwandelte ihren über Jahre im Herzen gewachsenen Hass in das Gehirn des Übergangs von der Knechtschaft zur Revolution.
Sie ist eine bemerkenswert starke, kraftvolle und einschüchternde Frau mit sorgfältigen, durchdringenden dunklen Augen, einem entschlossenen Gesicht mit festen Zügen und einem leicht fülligen Teint, geschmückt mit Ringen an den Fingern. Sie bewegt sich stets mit der Anmut eines Todesengels, eine kleine Rose im Haar und ihr Strickzeug in der Hand.
Miss Pross
Die fanatische Schutzschild-Tante, die versucht, ihr Haus und ihr Lämmchen zu beschützen, sich der grausamen Einschüchterung durch Madame Defarge jedoch erst zu spät bewusst wird.
Charles Darnay
Für sie ist er niemals Darnay, sondern der Hauptfeind, der das Blut der Evrémondes in sich trägt und dessen Namen sie ohne Zögern in einer einzigen Masche auf ihre Liste strickt.
Ernest Defarge
Ihr Waffenbruder, mit dem sie ein Leben teilt, dessen Stärke sie respektiert, den sie aber aufgrund der alten Dankbarkeit (seine Schwäche für die Familie Manette) in seinem Herzen ständig kontrollieren und schleifen muss.
Dr. Alexandre Manette
Obwohl er für ihren Hass eigentlich keine Bedeutung hat, da ihr Mann früher in seinen Diensten stand, ist er ein Ziel, das von der Berühmtheit des Namens profitiert.